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4. Dezember – Das vierte Türchen öffnet sich!

Eine kleine Weihnachtsgeschichte
von Hildegard Weißer
Es war einmal ein kleines Licht. Das brannte so ganz
kläglich vor sich hin.

Da kam ein kleiner Junge vorbei und sprach: „Hallo Licht,
was machst denn Du da so ganz allein. Ich blase Dich jetzt aus.“ „Oh bitte
nicht!“ sprach das Licht. „Dann ist es so dunkel und so kalt um mich herum. Ich
friere und fürchten tu ich mich auch im Dunklen. Komm setz Dich zu mir, dann
kannst Du Dich auch ein wenig wärmen.“ „Ach Du kleines Licht, was willst Du
mich erwärmen!“ sagte der Junge abfällig. „Warte nur ab, sprach das Licht, bald
kommt ein zweites, dann ein drittes, dann ein viertes Licht und dann kommen
viele, viele Lichter die die ganze Welt erleuchten und die Herzen der Menschen
erwärmen.“ „Ein Menschenherz kann man doch nicht warm machen“ antwortete darauf
der Junge. Nach einer Weile setzte er sich dann doch neben das Licht. „Sag
mal,“ fragte das Licht, „warum bist Du denn an diesem kalten Abend nicht zu
Hause bei Deiner Familie.?“ „Ach, das ist eine dumme Geschichte“ , sagte der
Junge , „ich bin von zu Hause weggelaufen, weil ich meine Mutter bestohlen
habe. Und nun kann ich nicht mehr zurück.“ „Naja,“ meinte das Licht, „man darf
niemals auch nur irgendwen bestehlen, aber ich denke, wenn Du Dich bei Deiner
Mutter entschuldigst und ihr das Gestohlene wieder zurückgibst, wird sie Dir
ganz bestimmt verzeihen“. „Ich will mich nicht entschuldigen und ich will auch
nicht zurück“. erwiderte der Junge ganz barsch.
Auf einmal flackerte ein zweites Licht auf, der Platz wurde
heller und es wurde zunehmens wärmer.
Der Junge rückte näher an die beiden Lichter heran. Er rieb
sich beide Hände und wurde ganz still.
Alsbald brannte auch ein drittes Licht. Plötzlich spürte der
Junge, wie es in seinem Inneren ganz anders wurde und er sprach mit leiser
Stimme: „Ich glaube, ich sollte mich doch bei meiner Mutter entschuldigen.
Eigentlich tut es mir auch leid was ich getan habe und ich mag doch meine
Mutter so sehr.“ Mittlerweise brannte auch das vierte Licht . Es war eine
mollige Wärme rings herum. Die Augen des Jungen fingen an zu glänzen. Plötzlich
rannten Tränen über sein Gesicht und mit schluchzender Stimme sagte er: „Es tut
mir ja so unendlich leid was ich getan habe. Aber ich kann doch nicht mehr
heim, meine Mutter will mich bestimmt nicht mehr sehen.“
Da sprach das Licht: „Nun mein Junge, mach Dich jetzt ganz
schnell auf den Weg zurück. Wir vier Lichter werden Dir den Weg durch das
Dunkel erleuchten. Und Du wirst sehen, es wird alles wieder gut.“ Mittlerweile
leuchteten all überall viele Lichter, die ganze Welt erstrahlte in hellem
Glanz. Zu Hause angekommen klingelte der Junge an der Haustür. Sie öffnete sich
und seine Mutter stand vor ihm. Er sagte etwas zu ihr. Daraufhin nahm sie ihren
Jungen in den Arm drückte ihn ganz fest. Und beide weinten und freuten sich
gleichzeitig. Die Mutter nahm den Jungen mit ins Hause und die Türe fiel leise
ins Schloss.
Die vier kleinen Lichter waren mittlerweile fast abgebrannt.
Sie flackerten noch einmal auf und meinten: „Wenn wir auch noch so klein sind,
aber zusammen haben wir doch ein kleines Herz erwärmen können.“ Danach
erloschen sie.

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